Therapieformen

Bei der Neuraltherapie handelt es sich um eine Reiz-, Regulations- und Umstimmungstherapie mit Hilfe von Injektionen. Genutzt wird die lokale Wirkung der gespritzten Mittel, Reflexzonen sowie die nervale Vernetzung.

Ein Beispiel der lokalen Regulationsverbesserung ist die Durchbrechung des Schmerzzyklus: Schmerz - Verspannung - Minderdurchblutung - Schmerz.

Zur Injektion kommt hauptsächlich das Lokalanästhetikum Procain in Konzentrationen zwischen 0,5% und 2%. Procain hat neben der zeitweisen Ausschaltung der Reizweiterleitung eine entspannende, antientzündliche und durchblutungssteigende Wirkung. Diese Wirkungen werden genutzt, um z.B. hart gespannter Muskulatur die Möglichkeit zu geben, für einen Zeitraum von ca. 20 Minuten zu entspannen und damit wieder über feine Kapillare versorgt zu werden und Stoffwechselabbauprodukte zu entsorgen. Ebenso können druckschmerzhafte Punkte und Myogelosen (Verhärtungen in der Muskulatur, als Knoten tastbar) mit demselben Effekt der Verbesserung der Stoffwechselsituation und der Schmerzausschaltung behandelt werden.

Behandlungsformen

Segmenttherapie

Bei der Segmenttherapie wird ein Lokalanästhetikum, in Form von Hautquaddeln im Bereich der entsprechenden Head’schen Zonen (Nervenverbindung zwischen einem Hautareal und einem inneren Organ) der inneren Organe injiziert. Dabei soll die Wirkung über das vegetative Nervensystem im betroffenen Segment vermittelt werden.

Narbenbehandlung

Die Neuraltherapie ist optimal zur Narbenbehandlung geeignet. Durch die kurzzeitige Blockierung der Reizweiterleitung können eventuelle Störimpulse durch in die Narbe „eingeklemmte“ Nervenenden, vom Gehirn als solche erkannt werden und herausgefiltert werden. Ein angenehmer Nebeneffekt der Behandlung ist, dass Narben weicher werden, zusammengezogene Narben können gedehnt werden und Rötungen werden abgemildert. Auch „wetterfühlige“ Narben und solche mit „Phantomschmerzen“ können von der Behandlung profitieren.

Ablauf der Therapie:

Vor der Therapie steht ein ausführliches Vorgespräch mit Erhebung der Krankengeschichte. Hier wird geklärt welche Therapieform am Sinnvollsten zum Einsatz kommt und alle Fragen des Patienten besprochen. Kommt die Neuraltherapie zum Einsatz wird überprüft ob Unverträglichkeiten und Allergien auf Bestandteile des Lokalanästhetikums bestehen. Dies lässt sich auf einfache Weise durch eine kleine Testquaddel wenige Minuten vor Beginn der Behandlung überprüfen. Die zu behandelnden Stellen werden diagnostisch festgelegt und gequaddelt oder Narben werden beispielsweise mit Procain geflutet. Nach spätestens 3 Sitzungen müssen sich Fortschritte zeigen, ist dies nicht der Fall so wird die Behandlung mit Neuraltherapie abgebrochen und das Behandlungskonzept neu überdacht.